Viele bunte Pillen (und Spritzen)

Mittwoch, 18. Juli 2007

Scheinheiligkeit vs. Läuterung

Hat man sich vor ein paar Jahren noch einen feuchten Dreck dafür interessiert, aktiv an der Anti-Doping Bewegung teilzunehmen und trotz haufenweiser Dopingfälle unbekümmert weiter von der Tour berichtet und lange Zeit sogar als Sponsor der Magenta Strampler einiges an Geld in die Tour gesteckt, sieht man sich jetzt bei ARD und ZDF genötigt den Vorreiter eben dieser Bewegung zu geben und stellt die Übertragung der Tour (inkl. live-ticker im Netz) unmittelbar ein. Von 0 auf 100 könnte man sagen.
Das mag man nun als Scheinheiligkeit ansehen weil man doch bis vor kurzen genau dieses "System", das Doping schon fast bedingt, ausgiebig unterstützt hat. Man kann es aber auch als eine Art Läuterung auffassen, à la nach dem Motto „aus Fehlern lernen“.
Egal welchen der beiden Ansätze man vertritt, die Entscheidung ist, zumindest nach den Ankündigungen vor der Rundfahrt, konsequent auch wenn der Zeitpunkt sehr merkwürdig gewählt scheint und mit Sicherheit bei einem Dopingfall in einer ausländischen Mannschaft nicht das Ende der Tourberichterstattung proklamiert worden wäre .
Es bleibt jedoch festzuhalten, dass endlich mal ein Zeichen gesetzt wird. Und wie man weiß, geht im Sport vieles nur über’s Zeichen setzen – wenngleich die Tour noch einiger Zeichen bedarf bis auch nur im Ansatz davon die Rede sein kann, dass überhaupt irgendeiner im Peloton nicht gedopt ist geschweige denn nur noch in Einzelfällen gedopt wird.
Da, wie schon in jüngster Vergangenheit, von vielen Teams nichts dazu beigetragen werden wird einen sauberen Sport zu garantieren, werden sich die Öffentlich-Rechtlichen mit Sicherheit nicht die Blöße geben nächstes Jahr schon wieder die Tour zu begleiten.
Die Kommentatoren auf Eurosport machen aber eh viel mehr Spaß. Bei denen hat man auch immer das Gefühl, dass sie sich unterschwellig ein wenig über die ganze Sache lustig machen. Sie es also genau so sehen wie ich, dass das nun mal zum Radsport dazu gehört und sich daran eh nichts ändern wird, unabhängig davon ob die ARD und das ZDF übertragen oder nicht. Dass die ganzen Dopingfälle also mit Gleichgültigkeit zu behandeln sind.
Noch nicht abzusehen ist allerdings die Entscheidung der Deutsche Telekom ob man sich weiterhin das eh schon miserable Image verbeulen lässt oder als Sponsor abspringt. Sollte das zu einer Kettenreaktion führen könnten das die nötigen Zeichen sein um jemals an sauberen Radsport denken zu können.

Frank Busemann hat in der ARD übrigens gerade die Pauschallösung gefunden: Lebenslange Sperren nach einmaligem positiven Test und, noch viel wichtiger, Rückzahlung aller bisherigen Preisgelder (verzinst natürlich – gut aufgepasst Dipl.-Kfm. Busemann).

Montag, 2. Juli 2007

Endlich mal glaubwürdig

Wie immer montags erscheint auch heute der neue Spiegel. In Zeiten irgendwelcher esoterischer Themen, mit denen immer öfter "aufgemacht" wird, kein Grund sich dafür auch nur im Ansatz zu interessieren.
Doch die aktuelle Ausgabe bringt endlich mal gehaltvolles aus dem ehemaligen Augsteinhaus. Denn es war der Spiegel der scheinbar bereit war am meisten für das Geständnis von Jörg Jaksche zu bezahlen. Warum das Interview bereits heute (ob in großen Teilen oder komplett weiß ich nicht) online zu lesen ist erschließt sich mir zwar nicht ganz, ist aber definitiv sehr angenehm und absolute Pflicht.

Montag, 25. Juni 2007

Nur noch 2000$

2006-08-18-jonesDas ist Marion Jones nur noch geblieben, weil sie gedopt hat und überführt wurde. Kein Wunder, wenn man sich zum Mann umspritzen lässt.


Währrenddessen hat Tyson Gay auf den Sprintstrecken über 100 und 200 Meter bei den Trials, den US-Leichtathletik-Meisterschaften, zwei erwähnenswerte Zeiten gelaufen. 9,84 und 19,62 Sekunden hat er über diese Distanzen gebraucht und kam damit den aktuellen Weltrekorden (9,77 und 19,32) gefärlich nah. Gedopt ist der aber natürlich nicht.



(Leichtathletik gehört auch zu der Rubrik "Viele bunte Pillen (und Spritzen)".

Dienstag, 3. April 2007

Ulle überführt

Was alle eh schon wussten, ist jetzt bestätigt. Eine DNA-Probe von Jan Ullrich wurde mit den Blutkonserven verglichen, die bei dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gefunden wurden und mit den Aufschriften "Jan", "Nummer 1" und "Rudis Sohn" versehen waren. Das Ergebnis ist eindeutig und beweist, dass diese Ullrich zuzuordnen sind.

Ulle und seine Kompasen allerdings beharren auf seiner Unschuld und vermuten Manipulationen. Auch werden Kontakte zu besagtem weiter Spanier geleugnet. Und nach uns Ulles herzergreifenden Presseonferenz muss man ihm das wohl auch glauben.

DNA-Vergleich "zweifelsfrei" [sport.ard.de]

Dienstag, 27. März 2007

Mit Darts auf Pferde schießen

Wie die NY Times heute meldet, wurde auf der nach Wettumsatz größten Pferderennbahn der Welt in Hong Kong eine im Boden montierte Anlage in Höhe der Startanlage zum Abschuss von kleinen Dartpfeilen gefunden.
Dies geschah scheinbar bevor ein Pferd zu schaden oder auch unerklärlicher Leistungssteigerung kam. Wer für diese Konstruktion verantwortlich ist, ist noch nicht bekannt. Die Rennleitung geht davon aus, dass Spieler die Darts im Boden platziert haben um einigen Pferden damit eine Dosis leistungshemmender Medikamente zu injizieren. Das wird von Experten jedoch als ziemlich unwahrscheinlich beurteilt da ein solcher Beschuss der Pferde sicher nicht unentdeckt geblieben wäre da die Pferde auf Grund der Schmerzen zum Durchdrehen neigen was noch vor dem Start zu einem Rennabbruch geführt hätte. Zudem ist die in den Geschossen befindliche flüssige Substanz noch nicht identifiziert worden was zumindest einige Tatmotive ausschließen sollte.
Ein terroristischer Hintergrund kann daher noch nicht ausgeschlossen werden, was besonders vor dem Hintergrund einiger in Hong Kong auszutragender olympischer Entscheidungen interessant sein dürfte. Gilt Hong Kong doch als, für chinesische Verhältnisse, relativ freie Stadt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen im Vergleich zu Städten wie Peking.
Die Rennbahnleitung erwägt scheinbar ein Art Kopfgeld auf die Täter auszusetzen um den Fall schnell aufzuklären und weitere negative Presse zu verhindern.
So leid es mir um die Pferde getan hätte wäre es doch interessant gewesen sich anzugucken wie diese Anlage in Betrieb gegangen wäre. Man muss schon einem ziemlich fiesen Kredithai ausgeliefert sein um so verzweifelt zu sein, dass man ernsthaft glaubt, das wäre keinem aufgefallen wenn da ein Pferd mit halber Geschwindigkeit und einem komischen Gegenstand am Bauch baumelnd seine Runden absolviert.

Freitag, 2. März 2007

Sehr empfehlenswert

Für alle die es - wie ich - am Montag verpasst haben: Jan Ullrich am Montag bei seinem ehemaligen Freund Beckmann.
Sehr interessante Einblicke in die etwas bizarre Welt des Jan Ullrich, für den der Radsport auch nicht mehr "verseucht" ist als "andere Bereiche, wie Politik oder Management".
Ansonsten bitte ich um Verständnis dafür, dass ich wegen eines laufenden Strafverfahrens keine weiteren Angaben machen kann.

Montag, 26. Februar 2007

Bye, Bye, Bloodbird

Endlich ist das passiert, worauf unzählige deutsche Radsportfans - und mindestens genau so viele ARD-Sportredakteure - lange gewartet haben: Jan Ullrich beendet seine Radsportkarriere. Aber Jan Ullrich wäre nicht Jan Ullrich, wenn er einfach so seine Karriere beenden würde, nein, er muss natürlich vorher noch eine Pressekonferenz einberufen, auf der er wahllos irgendwelche Leute beleidigen kann.
Sehr schön schon der Beginn der PK, an dem er einigen der anwesenden Journalisten bedeutet, sie seien hier "heute nur geduldet". Im Anschluss äußert er seine Enttäuschung über den deutschen, den schweizerischen und den Welt-Radsportverband, die Medien in Deutschland und Rudolf Scharping. So ziemlich der einzige, der von seinen Tiraden verschont bleibt, ist Jan Ullrich, der offenbar an der ganzen Geschichte vollkommen unschuldig ist.
Alles in allem schon eine ziemlich armselige Vorstellung. Ich weiß zwar nicht, wie man sich als unschuldig des Dopings bezichtigter Athlet verhalten sollte, aber ich weiß, wie man sich nicht verhalten sollte. Jan Ullrich sieht das offenbar ein wenig anders. Anstatt auch nur ein bisschen zur Aufklärung der Geschichte beizutragen beendet er lieber seine Karriere und beleidigt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Bleibt immerhin die Hoffnung, dass er uns in seiner neuen Funktion für ein schweizerisches B-Team mit Neuigkeiten über seine Person verschont.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Landis fährt nicht bei der Tour '07

Dazu musste er sich verpflichten, um sein Verfahren vor der französischen Antidopingagentur in den Juni verschiebenzukönnen. Er wolle sich zunächst vor dem amerikanischen Antidopingausschuss verantworten. Dadurch hoffe er, dass die Franzosen das Urteil der Amis übernehmen, da die beiden Verfahren auf gleichen Fakten basierten. Landis unterstellt dem Labor, das seine Urinprobe direkt nach der letztjährigen Tour positiv getestet hat, "Unregelmäßigkeiten" vor.

Landis ist übrigens noch immer offiziell der Toursieger 2006. Nur der Weltverband UCI ist dazu bemächtigt, ihm diesen abzuerkennen.

[ard.de]

Dienstag, 30. Januar 2007

Landis benötigt Finanz-Spritze

Falls es irgendwem noch nicht aufgefallen sein sollte: Diese Woche ist die Woche der unglaublich witzigen Überschriften im Sport Blick.
Ich wollte mich ja nicht mehr über Sportler lustig machen, die ihre Karriere aufgrund einer Verletzung beenden mussten, aber wie es aussieht muss ich diese Regel den zweiten Tag in Folge brechen, denn:

Tour-de-France-Sieger Floyd Landis steht nach seiner Doping-Affäre vor der Pleite. Durch eine Spendentour, die zwei Millionen Dollar für Rechtsstreit und Anwälte aufbringen sollte, kamen nur 150.000 Dollar in die Kasse, wie Michael Henson als Sprecher des Radsport-Stars der kalifornischen Zeitung "Press Enterprise" berichtete.

Starke Idee, Floyd. Ich verstehe gar nicht, wie sich irgendein Unternehmen die einzigartige Gelegenheit entgehen lassen konnte, einen offensichtlich gedopten Radfahrer in seinem Dopingprozess zu sponsern. Wahrscheinlich hatten die meisten einfach ihr Marketingbudget schon für die Unterstützung von Michael Jackson in seinem Mißbrauchsprozess und Peter Hartz in seinem Untreueprozess ausgegeben.
Abgesehen davon eröffnen sich für echte Marketingstrategen ganz neue Optionen: Anstatt Unsummen in den Unterhalt riesiger Radteams zu stecken, die sowieso außerhalb der Tour niemanden interessieren, könnte man für einen Bruchteil des Geldes die überführten Fahrer einfach in ihren Prozessen sponsern. Das nennt sich dann wohl Guerilla-Marketing.

Landis fährt in finanzielle Schwierigkeiten [web.de]

Übrigens, web.de, schöner Versuch mit der Überschrift, aber an uns kommt ihr nicht ran.

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jannes der koenig - 4. Sep, 13:01
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Idee mit dem Übersetzen schon kinda funny. Schade,...
Osna-Fox - 29. Aug, 00:35

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