Die kleine grüne Filzkugel

Freitag, 25. Januar 2008

Aus der Traum!

Roger Feder unterliegt dem "Mann mit dem längsten Hals der Szene" (Zitat Jürgen Höttker) Novak Djokovic in drei - in Zahlen 3 (!!!!) - Sätzen und kann damit schon zu Beginn der Saison seine Hoffnungen auf den Golden Slam begraben. Steffi Graf war übrigens die einzige, die das jemals geschafft hat, Federer muss sich jetzt wohl noch vier Jahre gedulden. Allerdings sollte er gewarnt sein, immerhin hat kein geringerer als Nicolas Kiefer bereits fest zugesagt, 2012 in London noch mit von der Partie zu sein.
Aber zurück zum Spiel: Federer hat einen leicht uffgeregten Eindruck gemacht und gerade in wichtigen Situation nicht wie gewohnt sein bestes Tennis auspacken können. Und das lag mit Sicherheit nicht daran, dass Djokovic so übertrieben gut gespielt hat. Im ersten Satz hat Federer beim Stand von 5:4 bereits zum Satzgewinn serviert, dann aber drei Spiele in Folge und somit auch den ersten Satz abgegeben. Und auch seine Satzbälle im dritten Satz konnte er nicht verwerten und hat ungewöhnlich häufig in solchen entscheidenen Situationen Fehler gemacht. Über die Gründe kann man nur spekulieren, ich denke, es war entweder das Selbstbewusstsein von Novak Djokovic, der immer wieder betont hat, dass Federer zu schlagen und bei diesem Turnier seine Zeit gekommen sei, das ihn etwas eingeschüchtert hat oder es war die Sorge um seine Freundin, die offensichtlich krank ist und Kortison nehmen muss. Novak Djokovic hat jetzt jedenfalls die allerbesten Chancen auf seinen ersten Grand Slam Titel, wobei man seinen Gegner Jo-Wilfried Tsonga nach seiner Leistung im Viertel- und besonders im Halbfinale nicht unbedingt unterschätzen sollte. (Ungesetzte) Überraschungsfinalisten, die dann am Ende doch an ihrem Respekt vor der Situation oder woran auch immer gescheitert sind, gab es zwar die letzten zwei Jahre auch, aber Tsonga war das ganze Turnier über so unglaublich cool, dass man fast schon dachte, Eurosport würde aus Versehen immer nur Trainigsmatches von ihm übertragen.
Mein Favorit ist auf jeden Fall der Franzose (dass ich sowas nochmal schreiben würde...) und das nicht nur wegen seines Körpers, sondern weil es einfach Spaß macht, ihm zuzugucken, wie er so völlig unbekümmert und risikofreudig aufspielt und dabei immer noch 'ne kleine Show darbietet. Erinnert irgendwie ein bischen an Gael Monfils, nur in talentiert. Mein Tipp auf den Titelgewinn trotzdem Novak Djokovic, einfach, weil er die größere Erfahrung hat, das ganze Turnier über eine unglaubliche Nervenstärke bewiesen hat und auch einfach reif für den Titel ist. Und erfahrungsgemäß gewinnt ja sowieso immer der den Titel, der Federer im Halbfinale schlagen konnte.

Noch kurz zur Damenkonkurrenz, bevor mir hier wieder Sexismus unterstellt wird: Das Finale morgen Nacht um 3:30h MEZ - verstehe wer will, warum das nicht als Nightmatch angesetzt wird - wird von Maria Sharapova und Ana Ivanovic bestritten, wobei die Russin trotz schlechterer Weltranglistenposition die klare Favoritin ist. Sie ist momentan in einer extrem guten Verfassung, hat nicht nur Lindsay Davenport in der zweiten Runde locker vom Platz gefegt, sondern auch Justine Henin im Viertelfinale nicht den Hauch einer Chance gelassen. Würde mich auf jeden Fall stark wundern, wenn Ivanovic da irgendwie gegenhalten könnte.

Samstag, 19. Januar 2008

Wenn auch noch in vollem Gange...

...kann ich jetzt schon mal sagen, dass der sechste Tag der Australian Open definitiv der Tag der Überraschungen war. Bei den Damen mussten gleich zwei Top Ten Spielerinnen die Heimreise antreten: die an zwei gesetzte Svetlana Kusnetzova unterliegt nach miserabelster Leistung in einem unerträglich schlechten Match Agn (Insider!) Radwanska, einer 18-jährigen Polin, die haargenau so aussieht wie Dinara Safina, und Anna Chakvedatse (an zwölf gesetzt, vom Schiedsrichter ab und zu auch mal Chavekdatse oder ähnlich genannt) verliert nach noch viel miserabeler Leistung in einem noch unerträglicheren Match gegen Maria Kirilenko.
Bei den Herren die größte Überraschung für mich nicht dieser Serbe, der zwar endlich dieses grausame Augenbrauenpiercing rausgenommen hat, aber trotzdem an Roger Federer gescheitert ist, sondern James Blake. Ich als Blake Supporterin, Franzosenhasserin und Bewohnerin der mitteleuropäischen Zeitzone hab nach dem zweiten Satz entnervt die Glotze ausgemacht, weil Blake konsequent jeden Ball ins Aus oder ins Netz geprügelt hat und Sebastien Grosjean absolut alles gelang. Heute morgen durfte ich dann allerdings im Videotext lesen, dass es Blake doch tatsächlich noch gelungen ist, zum ersten Mal in seiner Karriere Grosjean zu besiegen und gleichzeitig auch noch zum ersten Mal in seiner Karriere einen 0:2-Satzrückstand in einen Sieg umzumünzen. Nach der Leistung, die er vor allem im zweiten Satz dargeboten hat, war das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber gut, American Dream und so, alles ist möglich. Ach übrigens, Herr Stach, diese Story vom armen James Blake, der sich innerhalb eines Jahres einen Halswirbel gebrochen, seinen Vater verloren und eine extreeeem seltene Krankheit mit Gesichtslähmung und allem drum und dran überstanden hat, die kennen wir mittlerweile. Brauchste also nicht immer wieder in bewegter Stimme vorzutragen. Und wo wir schon mal dabei sind, lieber Jürgen Höttker, wir haben viel Verständis für deine Euphorie über das Match von Kohlschreiber, aber man muss trotzdem nicht den ganzen Tag davon reden.

Freitag, 18. Januar 2008

Hammer: Kohli steht im Achtelfinale

Okay, ich geb's zu, die Überschrift habe ich aus dem Pro7 Text geklaut, aber ich fand die einfach so großartig. Phillip Kohlschreiber hat tatsächlich Andy Roddick in fünf Sätzen geschlagen und die Statistik deutet nur an, was der Deutsche da für ein Spiel abgeliefert hat. Er hat es doch tatsächlich fertig gebracht, 104 (!) Winner zu schlagen - mehr als so manche Frau in ihrer gesamten Karriere - und dass bei nur 33 Fehlern. Dazu kamen noch gut 30 Asse und eine Rückhand, von der Roger Federer nur träumen kann. Im vierten Satz im Tiebreak gegen Roddick, der eigentlich wegen Schiedsrichterbeleidigung schon längst hätte vom Platz gestellt worden sein müssen (oder so ähnlich, Deutsch war nie so meine Stärke), hatte ich übrigens einen Puls von 108, hab's nachgemessen.
Die Auslosung meint es auch noch gut mit Kohli, in der nächsten Runde wartet Jarko Nieminen, trotz möglicher konditioneller Nachteile wohl durchaus machbar.

Donnerstag, 1. November 2007

Hingis tritt zurück

Nur knapp zwei Jahre nach ihrem Comeback entscheidet sich Martina Hingis dann doch wieder für die Frührente. Gerüchte gingen schon länger rum, das die von zahlreichen Verletzungen geplagte und - verglichen mit ihrer Vergangenheit - auch eher mäßig erfolgreiche Hingis demnächst das Handtuch schmeißen würde, dass es allerdings aus folgenden Gründen passiert, hätte wohl niemand gedacht - oder zumindest ich nicht: Hingis wurde in Wimbledon positiv auf Kokain getestet. Sowohl die A- als auch die B-Probe lieferten ein positives (bzw. negatives, ist Auslegungssache) Ergebnis. Hingis ist sich "zu hundert Prozent sicher", dass sie nichts genommen habe und ist "frustiert und ärgerlich" über die Vorwürfe, tritt aber trotzdem lieber gleich zurück, weil sie keine Lust auf einen jahrelangen juristischen Streit hat, um ihre Unschuld zu beweisen. Clever girl, würde ich sagen, da tut mal jemand richtig was für seine Glaubwürdigkeit. Schlau wie sie ist hat Hingis übrigens auch noch selber eine Haarprobe machen lassen, die selbstverständlich keine Spuren von Kokain aufwies, die zeigt sie aber niemandem, Ätsch!

Dienstag, 23. Oktober 2007

The Master is back!!

Und wie! Erst im Halbfinale war Nicolas Kiefer zu stoppen und das von keinem Geringeren als Roger Federer. Australian Open Finalist und Nummer 6 der Welt Fernando Gonzales, Mister Ich-mache-in-jedem-Match-300-Asse Ivo Karlovic und wie sie alle heißen - für Kiwi in Topform keine Hürde. Das war auch übrigens nicht irgendein Turnier, bei dem jeder Florian Mayer bis ins Finale kommt, das war eins der bestbesetzesten Turniere auf der ATP-Tour. Kiwi kann sich jetzt also offiziell wieder mit den Federers, Djokovics und Nalbandians dieser Welt auf eine Stufe stellen, es gehen sogar Gerüchte um, dass Federer Kiefer als Trainer verpflichten will, wenn dieser in Rente geht. Bei den Erfolgen wird sich das allerdings noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, hinziehen. Kiwi, die gesamte Sport Blick "Redaktion" "gratuliert" zu deinem gelungenen Comeback "und" freut "sich" jetzt schon auf deinen Australian "Open" Sieg "nächstes" Jahr!

Sonntag, 14. Oktober 2007

ATP Finale Wien

Novak Djokovic bezwingt Stanislav Wawrinka in nur 75 Minuten mit 6:4 und 6:0 und sichert sich damit seinen insgesamt 5. Titel in dieser Saison. Besonders im zweiten Satz zeigte er seine immensen Fähigkeiten, Wawrinka hatte nicht den Hauch einer Chance, nicht mal einen einzigen Spielball konnte er sich erkämpfen. Serve and volley, chip and charge, hervorragend vorbereitete wie total überraschende Netztangriffe, präzise und vor allem sehr effektive drop-shots, solide Grundlinienschläge, longline sowie crosscourt, bei konstant guter Länge, mentale Stärke in engen Situationen (die ausschließlich und nicht besonders zahlreich im ersten Satz vorkamen), kleinere Wutausbrüche und sympathische Selbstironie - besser und ansehnlicher, als Novak Djokovic das heute getan hat, hätte man ein Match nicht gestalten können. Ich bin Fan. Und wer nach meiner Lobeshymne noch nicht überzeugt ist, der kann sich ja einfach mal das hier angucken (oder anschauen, wie wir hier im Süden sagen).

Sonntag, 23. September 2007

Russland 3 - Deutschland 2

Petzschner (!) verliert sein Einzel gegen Youzhny, Kohlschreiber spielt ähnlich schlecht gegen Andreev. Eigenartigster Spieler im Stadion definitiv Dmitry Tursunov, der die ganze Zeit mit einer Suppenkelle auf einen Topf geschlagen hat um dann selbige nach dem zweiten Match ins Publikum zu schleudern.

Freitag, 21. September 2007

Davis Cup

Deutschland spielt ja bekanntlich dieser Tage gegen Russland sein erstes Davis Cup Halbfinale seit langem und die Aufstellung lautet wie folgt: Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Alexander Waske, Philipp Petzschner. Mh. Die Bilanz von Philip Kohlschreiber: einmal gewonnen, einmal verloren; Philip Petzschner hat noch nie ein Davis Cup Match gespielt, seine aktuelle Weltranglistenposition ist die 202. Er ist allerdings auch nur für das Doppel vorgesehen, da ist er immerhin die 262 der Welt.
Ich weiß jetzt nicht, ob Patrik Kühnen meinen Artikel damals gelesen hatte und darum Kiwi ("Das Turnier hat mir gezeigt, dass wir wieder gut gearbeitet haben. „Wir“, das heißt dieses Mal nicht Sascha Nensel.") zu Hause lässt oder ob er einfach nur dem neuesten Trend folgt und der Jugend den Vortritt lässt - bei Jogi Löw funktioniert's ja schließlich auch. Vielleicht wollte er auch nicht mit einem zu gutaussehenden Team in Russland ankommen, um von seinem eigenen Aussehen abzulenken. Das würde auch erklären, warum Florian Meyer auf der deutschen Bank sitzt. Ich halte die Aufstellung jedenfalls für mehr als gewagt und nach der blamablen Vorstellung von Tommy Haas gegen Igor Andrejew (2:6, 2:6, 2:6) siehts wohl eher schlecht aus mit dem Finaleinzug für das deutsche Team. Aber nun ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und meine Prognosen sind erfahrungsgemäß ja auch nicht die allerbesten.

Donnerstag, 6. September 2007

US Open

Ich zitiere jetzt einfach mal - damit hier endlich mal wieder was passiert - die Pressekonferenz von Serena Williams nach ihrer 6:7 1:6 Niederlage gegen Henin:

Frage: Können Sie erklären, was schief gelaufen ist?

Williams: Nein, kann ich nicht. Noch weitere Fragen?

Frage: War die Fitness heute der entscheidende Punkt?

Williams: Nein. Ich bin fit. Ich kann stundenlang rennen.

Frage: Können Sie Ihre Gefühle beschreiben? Sind Sie am Boden zerstört?

Williams: Nein. Ich bin total glücklich.

Frage: Sie haben gesagt, Sie können jeden schlagen, wenn Sie Ihr bestes Tennis spielen. Ist das immer noch so?

Williams: Denken Sie, dass das heute mein Bestes war?

Frage: Nein.

Williams: Na dann.

Frage: Würden Sie sagen, dass Sie das Match mehr verloren haben, also dass Justine es gewonnen hat?

Williams: Es liegt immer an nur mir, ob ich gewinne oder verliere.

Frage: Sie wirken viel enttäuschter, als in Paris oder London.

Williams: (lehnt sich demonstrativ vor) Tue ich das?

Frage: Ja.

Williams: Finden Sie das doch selber raus.

Frage: Was denn herausfinden?

Williams: Ich will nicht darüber reden. Ich bin nur gekommen, weil ich keine Strafe zahlen wollte (Gelächter im Hintergrund). Ich kann mir diese Strafen nicht leisten. Denn ich verliere ja dauernd. Noch Fragen?

Übrigens kostet es 10.000$, wenn man nicht auf der PK erscheint.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Kleines Update

Nicolas Kiefer war beim Arzt. Die erschreckende Diagnose: „Entzündung im Knie und Flüssigkeit“! Spielen ist natürlich jetzt erstmal nicht mehr drin, Kiwi hat schließlich mittlerweile gelernt, dass es besser ist, auf seinen Körper zu hören, sonst riskiert man noch schlimmere oder gar chronische Verletzungen. Mein Tipp: Wenig trinken wegen der "Flüssigkeit" und lieber zwei, drei Monate länger pausieren, mit dreißig hat man schließlich alle Zeit der Welt, nochmal zurückzukommen.

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